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Bullet of Death

„Warum?“ Ich schreie es richtig heraus. „Warum hast du das getan?“ Tränen laufen mir über die Wangen. Ich kann nicht fassen, was ich sehe. Du, der Inhalt meines Lebens, liegst vor mir, tot. Hinter dir klebt Blut an der Wand und neben dir liegt die Pistole, mit der du mein ganzes Leben zerstört hast. Ich sehe vor lauter Tränen schon fast gar nichts mehr. Ich knie mich zu dir um dir noch einmal ins Gesicht zu sehen. Doch was ich sehe ist nicht dein Gesicht. Es hat nichts mehr von dir. Das einst so sanfte Gesicht ist zu einer grausamen Grimasse verzerrt. Der Mund mit den zarten Lippen , zu einem stummen Schrei geöffnet, voller Blut. Am Gaumen sehe ich ein blutiges Loch, durch das die Kugel deinen Kopf durchbohrt hat. Ich spüre den Schmerz in meinem Herzen, als ich das Loch sehe. Oh, mein Liebling, warum hast du mir das angetan? Weißt du, dass du mein ganzes Leben zerstört hast? Ich sehe in deine sanftgrünen Augen, die du weit aufgerissen hast. Keinerlei Emotionen zeigen sich in ihnen, sie starren nur glasig ins Leere. Ich hoffe, bete fast, dass das alles nur ein böser Traum ist, dass du mich gleich aufwecken wirst, so zärtlich bist wie früher. Doch ich weiß, nichts wird mehr wie früher sein. Du hast alles zerstört, mit diesem Ding, das nun neben dir liegt. Seltsam, die Pistole dort, sie wirkt eine seltsame Anziehungskraft auf mich aus. Ich starre sie an, stelle mit immer wieder vor, wie du den Lauf in den Mund gesteckt hast, wie du abgedrückt hast. Ich kann den Knall fast hören. Langsam strecke ich die Hand nach dem Ding aus, das dein Leben so brutal beendet hat. Das Metall ist kalt und die Pistole liegt schwer in der Hand. Noch einmal sehe ich in dein Gesicht, sehe die emotionslose Grimasse, die glasigen Augen, den geöffneten Mund. Langsam drücke ich deinen Kiefer nach oben, schließe damit den Mund. Auch die Augenlider schließe ich . Nun siehst du fast so aus, als würdest du schlafen. Ich beuge mich über dich, küsse deine blutigen Lippen. Ein letztes Mal. Ich wende mich von dir ab, versuche, deinen toten Körper zu ignorieren. Ich starre wieder auf die Pistole. Langsam hebe ich sie auf Gesichtshöhe, immer noch auf sie starrend, sorgsam darauf bedacht, deine Leiche zu ignorieren. Langsam drücke ich den Lauf an meine Schläfe. Ich schließe die Augen, irgendwie hoffe ich, dass das Magazin leer ist. Doch das ist es nicht. Das weiß ich. Für einige Sekunden herrscht eine atemlose Stille. Ich krümme meinen Finger leicht, doch es reicht, dass ein lauter Knall die Stille zerreist. Den letzten Augenblick denke ich an deine sanftgrünen Augen.

Eine Gestalt betrat das Zimmer. Die Gestalt, ein Mann, blieb stehen und betrachtete die beiden Leichen, ein Mann und eine Frau. Plötzlich musste er lachen. Sein Lachen hallte von den leeren Wänden wider. Den Mann kannte er a. Er war es gewesen, der dem nun Toten den Lauf seiner Waffe in den Mund gesteckt hatte, ihm das Leben gewaltsam genommen hatte. Er war es gewesen, der all das Bitten und Betteln ignoriert hatte und kaltblütig abgedrückt hatte. Doch die Frau kannte er nicht. Er nahm an, dass es die Geliebte seines Opfers war, die dachte, ihr Freund hätte sich das Leben selbst genommen und sich dann selbst erschossen hatte. ‚Schade‘, dachte der Mann. ‚Sie ist schön gewesen.‘ Doch innerlich berührte es ihn nicht. Er hob seine Pistole auf, schob sie sorgsam in das Holster, warf den Leichen noch eine flüchtigen Blick zu und ging aus dem Raum.

Ende
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